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Gebet für die Heiligung der Priester (S.H. Pius XII.)

O Jesus, ewiger Papst, guter Hirte, Quelle des Lebens, der du uns durch die einzigartige Großzügigkeit deines gütigen Herzens unsere Priester geschenkt hast, damit wir die Pläne der Heiligung, die deine Gnade in unseren Seelen weckt, voll und ganz verwirklichen können; wir bitten dich: komm und hilf ihnen mit deiner barmherzigen Hilfe.

Sei in ihnen, o Jesus, lebendiger Glaube in ihren Werken, unerschütterliche Hoffnung in ihren Prüfungen, brennende Nächstenliebe in ihren Zielen. Möge dein Wort, Strahl der ewigen Weisheit, durch ständige Meditation die tägliche Nahrung ihres inneren Lebens sein. Möge das Beispiel deines Lebens und deines Leidens in ihrem Verhalten und in ihren Leiden zu unserer Belehrung erneuert werden und uns Erleichterung und Unterstützung in unseren Sorgen sein.

Gib ihnen, o Herr, dass sie sich von allen irdischen Interessen loslösen und nur deine größere Ehre suchen. Gib, dass sie ihren Pflichten mit reinem Gewissen bis zu ihrem letzten Atemzug treu bleiben. Und wenn sie mit dem Tod des Leibes die geleistete Arbeit in deine Hände geben, gib ihnen, Jesus, der du ihr Meister auf Erden warst, den ewigen Lohn: die Krone der Gerechtigkeit in der Herrlichkeit der Heiligen.

Amen.

Der Herr sendet Prediger vorraus

Aus den Predigten des heiligen Gregor des Großen, Papst, über die Evangelien (Predigt 17, 1-3)

Unser Herr und Heiland, geliebte Brüder, lehrt uns manchmal durch seine Worte, manchmal durch seine Taten. Seine Taten sind in der Tat Verhaltensregeln, denn durch sie gibt er uns stillschweigend zu verstehen, was wir tun sollen. Er befiehlt seinen Jüngern, zu zweit zu predigen; denn das Gebot der Nächstenliebe ist ein zweifaches, nämlich das der Gottes- und das der Nächstenliebe.

Der Herr sendet die Jünger aus, um zu zweit zu predigen, und sagt uns damit unmissverständlich, dass derjenige, der keine Nächstenliebe hat, keinesfalls das Amt des Predigers annehmen kann.

Kein Wunder, dass es heißt, er habe sie vor sich hergeschickt zu allen Völkern und Orten, wohin er zu gehen gedachte. In der Tat kommt der Herr nach seinen Verkündigern, denn nachdem er der Verkündigung vorausgegangen ist, kommt er dann in die Wohnung in uns, wenn sie durch die Worte der Ermahnung vorbereitet wurde, die unseren Geist für die Wahrheit geöffnet haben. In diesem Sinne sagt Jesaja zu den Predigern: Bereitet dem Herrn einen Weg, bereitet eine Straße für unseren Gott. Deshalb sagt auch der Psalmist zu ihnen: Bereitet den Weg dessen, der zum Sonnenuntergang hinaufsteigt. Der Herr steigt in der Tat über den Sonnenuntergang hinaus, denn gerade im Untergang seines Leidens hat er seine Herrlichkeit durch seine Auferstehung am vollkommensten offenbart. Er erhebt sich über den Sonnenuntergang, weil er durch seine Auferstehung den Tod, den er erlitten hatte, mit Füßen getreten hat. Wenn wir euch also seine Herrlichkeit verkünden, dann legen wir den Weg desjenigen, der sich über den Sonnenuntergang erhebt, mit dem Teppich aus, damit er, der nach uns kommt, euch mit seiner liebenden Gegenwart erleuchtet.

Hören wir, was der Herr zu den Predigern sagt, die er in seine Felder schickt: Die Ernte ist reichlich, aber es gibt nur wenige Arbeiter; darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte aussendet. Wenn wir das hören, können wir nicht umhin, eine große Traurigkeit zu empfinden, denn wir müssen erkennen, dass es zwar Menschen gibt, die das Gute hören wollen, dass es aber an denen mangelt, die es mit Hingabe verkünden. Seht, wie die Welt voll von Priestern ist, und doch ist es sehr schwer, einen Arbeiter für die Ernte des Herrn zu finden; denn wir haben das priesterliche Amt empfangen, aber wir erfüllen nicht die Pflichten dieses Amtes.

So denkt nun, geliebte Brüder, daran, was das Evangelium sagt: Betet zum Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte aussende. Betet auch für uns, dass unsere Arbeit zu eurem Wohl fruchtbar sei und dass unsere Stimme nie aufhöre, euch zu ermahnen, damit wir nicht, nachdem wir das Amt der Verkündigung empfangen haben, vor dem gerechten Richter wegen unseres Schweigens angeklagt werden.

Heiliger Johannes Paul II.: “Dein Reich komme”.

BOTSCHAFT SEINER HEILIGKEIT PAPST JOHANNES PAUL II. ZUM XXXVI. WELTTAG DES GEBETS FÜR BERUFUNGEN (1999)

Die Anrufung “Dein Reich komme” ruft zur Umkehr auf und erinnert uns daran, dass der irdische Weg des Menschen von der täglichen Suche nach dem Reich Gottes vor und über allem anderen geprägt sein muss. Es ist eine Anrufung, die uns einlädt, die Welt der verschwindenden Worte zu verlassen, um trotz aller Schwierigkeiten und Widerstände großzügig die Verpflichtungen zu übernehmen, zu denen der Herr uns ruft.

Den Herrn zu bitten “Dein Reich komme” bedeutet auch, das Haus des Vaters als die eigene Wohnung zu betrachten, nach dem Stil des Evangeliums zu leben und zu handeln und im Geist Jesu zu lieben; es bedeutet zugleich zu entdecken, dass das Reich ein “kleines Samenkorn” ist, das mit einer ungeahnten Lebensfülle ausgestattet ist, aber ständig der Gefahr ausgesetzt ist, abgelehnt und mit Füßen getreten zu werden.

Mögen diejenigen, die zum Priestertum oder zum geweihten Leben berufen sind, den Samen der Berufung, den Gott in ihr Herz gelegt hat, mit großzügiger Bereitschaft annehmen. Der Vater zieht sie in die Nachfolge Christi mit ungeteiltem Herzen und lädt sie ein, freudige und freie Apostel des Reiches Gottes zu sein. In ihrer großzügigen Antwort auf diese Einladung werden sie das wahre Glück finden, nach dem ihr Herz strebt.